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Die Domänen kleiner Dienstleister - Beschäftigungsbeitrag und Wachstumsmuster kleiner Betriebe


Ein differenzierteres Bild ergibt sich, wenn die Entwicklung auf einer niedrigeren Aggregatebene betrachtet wird. Werden zunächst die Anteilsveränderungen auf der Ebene von 13 Branchenaggregaten (vergleichbar der von Wirtschaftsunterabteilungen) betrachtet, zeigt sich, daß seit 1977 die Allein- und Kleinstbetriebe mit weniger als 5 Beschäftigten im wesentlichen im Bereich privater schulischer und kultureller Einrichtungen sowie in den „sonstigen Dienstleistungen“16 relative Zugewinne an Arbeitsplätzen verbuchen konnten. Dort sind die Beschäftigtenanteile um jeweils rund drei Prozentpunkte angewachsen. Im Betriebsgrößenspektrum zwischen 5 und 19 Beschäftigten sind vor allem bei den Beschäftigten im Einzelhandel und im Gesundheitswesen Anteilsverschiebungen zugunsten kleinerer Einheiten festzustellen; allerdings vor unterschiedlichem Hintergrund:

Im nach wie vor durch wirtschaftliche Konzentrationstendenzen geprägten Einzelhandel“ geht die Strukturverschiebung, zumindest auf der organisatorischen Ebene, weg von den größeren Betrieben, während hier die kleineren Einheiten um drei Prozentpunkte zulegen konnten. Filialisierungsprozesse dürften hier eine entscheidende Rolle spielen, so daß im Einzelhandel weniger von einer Domäne kleiner Unternehmen als vielmehr kleiner Einheiten die Rede ist.

Am auffälligsten zeigen sich Anteilsverlagerungen zugunsten kleiner Anbieter jedoch im Gesundheitswesen. Die Beschäftigtenanteile der kleinen Praxen mit zwischen 5 und 19 Mitarbeitern sind um über 10 Prozentpunkte gestiegen. Unterhalb dieses Größenbereichs sieht es anders aus: Obwohl sich in diesem Zeitraum gleichzeitig die Zahl der Allein- und Kleinstbetriebe dieses Wirtschaftsbereichs kräftig erhöhte, ist deren Beschäftigtenanteil (wie auch Betriebsstättenanteil) aufgrund der Dynamik des Gesamtwachstums dennoch gesunken.

Im Spektrum kleiner bis mittelgroßer Dienstleistungsbetriebe kam es insbesondere im Heim- und Gastgewerbe sowie bei den unternehmensorientierten Dienstleistungen zu Anteilszuwächsen. In den Betriebsgrößenklassen mit zwischen 20 und 200 Arbeitnehmern hat die erstgenannte Branche bei den Beschäftigtenanteilen um zusammen über 9 und die der unternehmensorientierten Dienste um über 6 Prozentpunkte hinzugewonnen. Der Trend zu noch größeren Dienstleistungsorganisation zeigt sich deutlich bei den Beschäftigtenanteilen innerhalb des Großhandels sowie im Kredit- und Versicherungswesen. Dort sind jeweils die stärksten Anteilsverschiebungen bei den Betrieben mit mehr als 200 Arbeitnehmern festzustellen.

Wird diese Entwicklung in absoluten Zahlen betrachtet, müssen im Bereich kleiner Betriebe in der Größenordnung unter 20 Personen insbesondere die unternehmensorientierten Dienste sowie die kurativen Dienstleistungen als besonders arbeitsplatzschaffend hervorgehoben werden. Bei den Dienstleistungen für Unternehmen bzw. den beratenden und planenden Diensten wurden (in diesem Größenbereich) seit 1977 rund 290000 zusätzliche Stellen geschaffen. Im Gesundheitswesen waren es rund 230000. Im erstgenannten Wirtschaftszweig ging dieser Zuwachs mit einem Wachstum um rund 72000 Betriebe einher. Im Gesundheitswesen kamen rund 45000 Praxen und Stationen in dieser Größenordnung hinzu. Mithin manifestiert sich diese Prosperität also vorwiegend in denjenigen Wirtschaftsbereichen, die stark von den Freien Berufen durchsetzt sind.

Neben den professionalisierten Diensten kommt das absolute Wachstum der kleineren Betriebe (mit weniger als 20 Arbeitnehmern) dann auch im Einzelhandel und im Gastgewerbe zur Geltung. Seit 1977 ist der Einzelhandel um 29000 Kleinbetriebe und darin um 157000 Arbeitnehmer angewachsen. Ungefähr der gleiche Betriebsstättenzuwachs ist im Heim- und Gastgewerbe zu verbuchen. Hier kamen dann rund 100000 Beschäftigte hinzu. Diese Werte zeigen wiederum, daß ein sehr großer Teil der Dienstleistungen trotz aller Anzeichen wirtschaftlicher Konzentration – gerade auch im Handel – kundennah bzw. dezentral angeboten werden muß. In diesem Zusammenhang dürfte vielleicht überraschen, daß die „persönlichen Dienstleistungen“ (z.B. Friseurgewerbe, Körperpflege usw.) eher stagnierten. Hier sind weder im Betriebs- noch im Beschäftigtenbereich Zuwächse im Kleinbetriebssektor zu vermerken.

 

 

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