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Die Auswirkungen »kreativen Imitierens«


Vielleicht sollte ich damit beginnen: Japan wird es wahrscheinlich auch in Zukunft gut gehen, wahrscheinlich sogar mehr als das. Die derzeitige Entwicklung ist zum größten eil darauf ausgerichtet, das besser zu machen — meist viel besser —, was in anderen entwickelten Ländern bereits hervorragend produziert oder gemacht wird. Der große Erfolg apans, der das Land zu einer Weltmacht und zu einer Wirtschaftsmacht in der Spitzengruppe aufsteigen ließ, gründet or allen Dingen auf Industrien, die weit vor dem 2. Weltkrieg, hauptsächlich in den zwanziger Jahren, etabliert wurden: die Automobil- und Stahlindustrie, der Schiffsbau und so weiter. Wahrscheinlich wird es auch in Zukunft, zumindest für weitere fünfzehn oder zwanzig Jahre, bedeutende Absatzmärkte für diese hochspezialisierten Produkte er Vergangenheit geben. Es sind genau die Produkte, die in den Entwicklungsländern mit einem raschen Wirtschaftswachstum am dringendsten benötigt und am meisten geschätzt werden.

Wenn sich das Wirtschaftswachstum auf dem asiatischen Festland fortsetzt, so wird dort in absehbarer Zukunft ein riesiger Markt für genau diese Produkte entstehen. Nach meiner Einschätzung ist die Finanzwirtschaft — im Bereich der traditionellen Wirtschaftszweige — das einzige Gebiet, auf dem in Japan einschneidende Veränderungen stattfinden müssen. In vielerlei Hinsicht wird der Finanzsektor der Wachstumsmarkt der nächsten zehn Jahre sein. Die Demographie gibt uns überzeugende Anhaltspunkte für diese Entwicklung, denn die älteren Menschen werden in einem entwickelten Land nach dem anderen den größten Teil der Bevölkerung ausmachen. Doch auch — was diese Perspektive betrifft — gilt: Die japanische Finanzwirtschaft muß nur das ein wenig verbessern, was die Finanzwirtschaft im Westen, mit den USA an der Spitze, bereits praktiziert. Ich sehe hier eine große Chance, wiederum eher durch eine Optimierung bereits praktizierter Abläufe eine Führungsrolle übernehmen zu können als durch eigenständige Innovationsleistungen.

Doch das allein kann nicht die Zukunft sein — es käme einem Verharren in der Vergangenheit gleich. Die Zukunft erfordert einen Wandel hin zu völlig anderen Industrien und Dienstleistungen. Und Japan kann, als nun weltweit führende Wirtschaftsmacht, nicht hoffen, diese Position mit Hilfe dessen, was ich »kreatives Imitieren« genannt habe, halten zu können.

 

 

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