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Die Asienkrise mit ihren Währungszusammenbrüchen und die Kräfte der Globalisierung


Das ist wiederum eine Verwechslung von Ursache und Wirkung. Der Kollaps vieler Währungen und die anderen Kalamitäten im asiatischen Raum waren nicht Folge der Globalisierung oder „des Kapitalismus“, sondern Folge einer falschen Politik und veralteter Strukturen, die zu schwerfällig auf die Marktöffnungen reagiert haben. So waren etliche der Währungen in unrealistischen Relationen an den Dollar gebunden, und ein traditioneller Filz aus Politik, Banken, Großindustrie und Familienclans hat zu lange geglaubt, die Früchte der Globalisierung und der neuen Märkte allein ernten zu können. Die neu einziehende Marktwirtschaft hat diesen Filz und seine mittelalterlichen und korporativistischen Gesellschaftsmauern wie ein Buschfeuer niedergebrannt. Natürlich geht das nicht ohne Schmerzen ab, und leider muß auch die Masse der unschuldigen Bevölkerung darunter leiden. Aus einigem historischen Abstand betrachtet, ist die aktuelle Asienkrise nicht viel mehr als eine bittere, aber fast natürliche Begleiterscheinung des riesigsten und beispiellosesten Wachstumsprozesses, der auf der Erde jemals stattgefunden hat. Mehr als eine Milliarde Menschen sind aus tiefster Armut innerhalb kürzester Zeit in einen bis dahin nie gekannten Wohlstand aufgebrochen. Das alles mag ein wenig zu schnell gegangen sein, aber prinzipiell zeigt uns ein Blick auf die Landkarte und auf die vielen anderen Völker, die nach wie vor in Armut und in hoffnungslos veralteten Gesellschaftsstrukturen verharren, daß das Problem unserer Welt nicht zuviel Globalisierung ist, sondern zu wenig.

Das Urteil „fast natürliche Begleiterscheinung des gigantischen Wachstumsprozesses“ für die Asienkrise bedarf jedoch noch einer Differenzierung. „Natürlich“ ist eine solche Reinigungskrise nur vor dem Hintergrund der gegebenen Währungsverhältnisse der Welt – bzw. wenn man die ausnahmslos staatlichen Geldsysteme als gegeben unterstellt. Rein kapitalistische oder marktwirtschaftliche Ordnungen würden ein kapitalistisches Geld erfordern – und das könnte nur die Goldwährung oder konkurrierendes Privatgeld sein. Staatliches Geld ist sozialistisches Geld und kann beliebig vermehrt werden. In einer kapitalistischen Welt mit kapitalistischen-(sprich: privatem) Geld könnten sich die kursierenden Geldmengen niemals sehr weit von den vorhandenen oder gehandelten Gütermengen entfernen. Also könnten sie auch nicht als substanzlose Giga-Finanzströme um die Welt rasen und Währungskrisen auslösen, Wenn die Politiker von Kontrollen der Devisenströme und Hürden gegen die Währungsspekulanten reden, dann verhalten sie sich wie Laboranten, die gefährliche Viren züchten, sie überall aussetzen und dann nach Kontrolle der Ausbreitung von Krankheiten rufen, Solange das staatliche Geld überall auf dem Globus den Kreislaut des Kapitalismus vergiften kann, werden größere und große Finanz- und Währungskrisen niemals vermieden werden können – es sei denn mit strengster weltweiter Devisenbewirtschaftung – und das würde bedeuten: um den Preis eines Zusammenbruchs des Weltwirtschaftssystems und einem Verhungern der halber Menschheit.

 

 

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