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Der notwendige Rahmen für Innovationsleistungen


Der große Ökonom Joseph Schumpeter sagte, daß Innovationen, denen die Ideen eines Unternehmers zugrunde liegen, zu schnellem wirtschaftlichem Wachstum führen. Es ist aber ein Problem im heutigen Japan, daß weniger Unternehmensneugründungen zu beobachten sind. Manager, die gute Verwaltungsarbeit geleistet haben, besetzen Führungspositionen in bestehenden Firmen.

Es besteht kein Zweifel, daß in Zukunft - selbst für Unternehmen mit vorzüglichen Bilanzergebnissen - Engpässe auftreten werden. Ist Japan vielleicht schon zu einem Land geworden, das keine »echten« Unternehmer mehr hervorbringen kann? Sind große Unternehmen mit einer verknöcherten, hierarchischen Struktur noch einmal in der Lage, diese Innovationsleistungen zu vollbringen? Daß nicht einmal mehr kleine und mittelständische Unternehmen Führungspersönlichkeiten in neuen Branchen hervorbringen, macht die Lage nur noch ernster Es scheint auch keine Banker mehr zu geben, die ausreichend mutig und vorausschauend sind, um das Risiko einzugehen, erfolgversprechende Unternehmensgründungen aktiv zu unterstützen.

Wie könnte es uns in Japan, derzeit in einer recht entmutigten Stimmung, möglich sein, Innovationsleistungen, auch in der Finanzwirtschaft, zu forcieren?

Meine zweite Frage bezieht sich auf einen Faktor, der wahrscheinlich außerordentlich wichtig sein wird, um die Richtung festzulegen, in die sich die postkapitalistischen Gesellschaften entwickeln werden. Wenn ich mich auf die gesellschaftlichen Visionen Schumpeters beziehe, so stelle ich fest, daß Idealismus und Bereitschaft des Unternehmers außerordentlich wichtig sind. Doch wie die wirtschaftliche Entwicklung endet auch das Vermögen eines einzelnen Unternehmers, Innovationsleistungen zu erbringen, irgendwann. Im schlimmsten Fall löst ein sozialistisches System ein kapitalistisches ab. Wenn ich mir, diesen sozialtheoretischen Ansatz vor Augen, die immer geringer werdende Anzahl von Unternehmern in Japan vergegenwärtige, scheint Schumpeters Ansatz zur Realität zu werden. Zudem wird berichtet, daß die Fülle der Regierungsbestimmungen in Japan zur Folge hat, daß innovative Menschen das Land verlassen und Unternehmen im Ausland gründen.

Woher also sollten, im Angesicht der derzeitigen Lage, Innovationsleistungen kommen? Müssen wir uns damit abfinden, daß unsere Innovationen in Zukunft grau und eintönig sein werden, weil wir die Zeichen der Zeit nicht erkannt haben? Überspitzt formuliert: Sind wir in Japan dabei, die Bedeutung des Wortes »Innovation« zu vergessen?

Als jemand, der viele Jahre lang dafür gekämpft hat, die Strukturen des japanischen Einzelhandels zu reformieren, und der fest davon überzeugt ist, daß es Sache der Unternehmer ist, Innovationen zu schaffen, bin ich zutiefst erschüttert, diese Fragen stellen zu müssen.

Ich bin sicher, daß Sie schon viele Gelegenheiten genutzt haben, japanische Geschäftsleute zu ermutigen. Es würde mich dennoch freuen, wenn Sie noch einmal Ihre derzeitige Einschätzung dessen darlegen könnten, was ein Unternehmerr heute leisten muß und was aus meiner Idealvorstellung unternehmerischer Innovationsleistungen werden wird. Vielleicht werden Sie, nachdem Sie meine Fragen gelesen haben, denken, ich wolle Mitleid erwecken, und vielleicht sollte ich als japanische Führungskraft selbst in der Lage sein, diese Fragen zu beantworten.

Doch das heutige Japan neigt dazu, nur im Hier und Jetzt zu leben, ohne Blick auf die Zukunft – zudem ist die Selbstachtung des einzelnen in Japan nicht sehr ausgeprägt. Ich hoffe, Sie können unsere derzeitige Lage einschätzen und uns geeignete Vorschläge unterbreiten.

Ich stimme mit Ihren Ausführungen völlig überein. Während der nächsten fünf bis zehn Jahre muß jedes entwickelte ,Land und jedes dort ansässige größere Unternehmen lernen, innovativ zu handeln. Genauso ist es notwendig, junge Unternehmer zu ermutigen und Unternehmensgründungen a unterstützen. Und das nicht nur in Japan — obwohl der Bedarf dort sehr groß sein mag und nur schwer zu befriedigen scheint.

 

 

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