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Der Tod des Organigramms bei der Prozessorientierung


In einem prozessorientierten Unternehmen gibt es keine »Chefs« mehr, weil diese Vorstellung von einem Vorgesetzten nicht mehr existiert. Ein »Chef« ist ein Produkt der hierarchischen Pyramide, ein Mensch, der über einem anderen Menschen steht und diesem sagt, was er zu tun hat. Eine solche Person ist überflüssig, denn die Aufgaben, die früher dem Vorgesetzten zukamen, werden nun auf viele Menschen verteilt. Bildet man die Beziehungen zwischen den Coachs, den Prozessverantwortlichen und den Qualifizierungszentren in einer Grafik ab, so hat diese mit der herkömmlichen Matrixorganisation mit Vorgesetzten und Untergebenen nichts zu tun, denn sie zeigt keinerlei Leitungsstrukturen. Ebenso wenig sind Prozessverantwortliche und Coachs Vorgesetzte. Sie sind lediglich Menschen mit besonderen Aufgaben: Der eine gestaltet und verbessert Prozesse, der andere bietet den Beschäftigten Weiterbildungsmöglichkeiten und Ratschläge.

In einer solchen, auf die Prozesse ausgerichteten Organisationsstruktur fallen dem Unternehmensführer drei Aufgaben zu: Er formuliert die Vision für das Gesamtunternehmen. Die Prozessverantwortlichen können nur dann ihre Prozesse gestalten, die Coachs die Mitarbeiter weiterbilden und die Prozessbeteiligten ihre Arbeit durchführen, wenn sie eine Vorstellung von dem übergeordneten Daseinszweck des Unternehmens haben. Der Unternehmensführer muss die grundsätzliche Identitätsfrage »Wer sind unsere Kunden und welches Problem versuchen wir für sie zu lösen? « beantworten. Er muss die Denkweisen und Meinungen der Mitarbeiter prägen. Hierzu muss er die Emotionen der Beschäftigten ansprechen, um sie zu Bestleistungen anzuspornen. Diese Einstellungen hat er durch persönliches Vorbild, direkte Interaktionen und permanente Kommunikation zu bestärken. Auf knappe Formeln reduziert heißt die Botschaft: »Wir sitzen alle im gleichen Boot.« Oder: »Der Kunde zahlt unser Gehalt.« Ein wahrer Unternehmensführer betet nicht nur Binsenweisheiten vor, sondern vermittelt seine inneren Zielvorstellungen und Überzeugungen. Er fügt die Prozesse so zusammen, dass sie nicht nur einzeln, sondern auch in ihrer Summe erfolgreich sind. Dazu stellt er die Ziele für die Prozessverantwortlichen und Coachs auf und verteilt dabei die Unternehmensressourcen so, dass sie für die Gesamtorgansiation die besten Ergebnisse erzielen. Im Bedarfsfall interveniert er, um sicherzustellen, dass die verschiedenen Prozesse zusammenpassen, so dass der Output des einen Prozesses zum Input des nächsten werden kann. Den Prozessverantwortlichen und Coachs gegenüber übernimmt der Unternehmensführer auch selbst Coaching-Aufgaben, denn auch diese müssen unterstützt und beraten werden.

 

 

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