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Der Einfluß der neuen Keynes-Schüler


In einigen Publikationen behaupten Sie, die japanische Wirtschaftspolitik beruhe nicht auf den Keynesschen Prinzipien. Meine Regierung wird jedoch eindeutig von diesen Prinzipien, oder, um genau zu sein, von den Lehren der neuen Keynes-Schüler beeinflußt, und zwar auf die gleiche Art und Weise, die Sie in Ihrer Arbeit »Keynes: Wirtschaft als magisches System« beschreiben, nämlich indem »seine Jünger, obwohl sie die Keynesschen Begriffe, Methoden und Werkzeuge benutzen, seine wirtschaftlichen Strategien und Waffen aufgeben.« Dieser Einfluß wird in den wirtschaftspolitischen Strategien deutlich, die nach dem von der Wirtschaftsplanungsstelle entwickelten Wirtschaftsmodell formuliert werden.

Soweit ich es verstehe, sehen die Wirtschaftstheorien Keynes und der neuen Keynesschen Schule die Regierung als eine Ansammlung gelehrter Individuen an, die, um wirtschaftliche Stabilität zu schaffen, die unwissenden Massen führen müssen, deren ungeordnetes Verhalten im Gegenzug die Wirksamkeit ihrer Politik einschränkt. In Wirklichkeit können diejenigen in der Regierung natürlich weder behaupten, die Elite zu sein, noch können sie die breite Masse als unwissend darstellen. Ob bewußt oder unbewußt – die Regierung sieht ihre Aufgabe darin, die Massen vor Gefahren zu schützen und sie zu führen. Dies ist ein höchst gefährlicher Ansatz, da er den Blick auf die Eigenverantwortung der Menschen verhindert und die Auswirkungen ihrer eigenen Fehler verstärkt.

So hat die japanische Regierung in den vergangenen zwei Jahren über 45 Milliarden Yen in Maßnahmen zur Wirtschaftsförderung investiert. Bei einer solchen Summe könnte man als Ergebnis einen wirtschaftlichen Höhenflug erwarten. Aber die Wirtschaft in Japan erholte sich keineswegs. Dennoch wurden öffentliche Investitionen weiterhin als »heilige Kühe« behandelt, und über die Rechtfertigung von Zuweisungen, die nur 0,1 Prozent ausmachten, wurden heftige Debatten in politischen, wirtschaftlichen, bürokratischen und journalistischen Zirkeln geführt. Solche Diskussionen mögen sinnvoll sein, wenn sie Verbesserungen der sozialen Infrastruktur zum Inhalt hätten; aber lediglich den möglichen Einfluß auf die wirtschaftliche Aktivität zu untersuchen, hat in meinen Augen keinen oder nur wenig Sinn.

Obwohl es viele Gründe gibt, warum die Maßnahmen zur Wirtschaftsförderung die gewünschten Resultate nicht erzielt haben, gehe ich davon aus, daß dieses Scheitern vor allem darauf hindeutet, daß die Tage der staatlich gelenkten Steuerpolitik gezählt sind. Es zeigt, daß wir den Schritt in Richtung Politik wagen müssen, die sich an die Prinzipien des privaten Sektors anlehnt.

Deshalb ist es für die japanische Regierung jetzt an der Zeit, sich von einem Wirtschaftsmodell zu verabschieden, das von einer zentralen Regierung kontrolliert wird und von den Investitionen der öffentlichen Hand abhängig ist, und dafür die Vorteile einer Marktwirtschaft zu maximieren, die auf einem Modell des freien Wettbewerbs, basierend auf den Prinzipien der Eigenverantwortung aller Beteiligten, beruht.

 

 

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