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Das unternehmerische Potential verstehen und fördern


Unmittelbar nach der Fertigstellung von Disneyland, dem ersten großen Themenpark der Welt, wurde Walt Disney, der bekannte Trickfilmzeichner und Filmproduzent aus Hollywood gefragt, ob er ein reicher Mann sei. „Selbstverständlich bin ich reich“, lautete seine Antwort, „wie könnte jemand, der sieben Millionen Dollar Schulden hat, auch nicht reich sein?“ Walt Disney wurde in der Unterhaltungsbranche einer der erfolgreichsten Unternehmer aller Zeiten. Wir sind immer von den Biographien der Menschen fasziniert, die buchstäblich aus dem Nichts heraus und wider alle Aussichten auf Erfolg ein Unternehmensimperium schaffen und vom Tellerwäscher zum Millionär werden. Welche Alchimie hilft ihnen? Wo liegt ihr Erfolgsgeheimnis? Können wir den Erfolg wiederholen? Es mag diese Faszination angesichts der geheimnisvollen Gabe von Unternehmern sein, Gold aus Blei oder Diamanten aus Kohle zu machen, der die Regierungen erliegen, die immer schon darauf erpicht waren, den Anteil an Unternehmern in ihren Gesellschaften zu erhöhen. Denn wenngleich es den Anschein hat, daß das Geschäft der globalen Entwicklung kurzlebigen Modeerscheinungen unterworfen ist, so hat sich doch die Förderung des unternehmerischen Potentials und des Kleingewerbes als einer jener Bereiche erwiesen, der für die Finanzhilfe durch Geber wie auch Regierungen gleichermaßen attraktiv ist. Erklären läßt sich dieser Zuspruch zweifellos durch den wesentlichen Beitrag, den dieser Sektor zum Erreichen der gesellschaftlichen Ziele Wirtschaftswachstum und Umverteilung des Einkommens leistet.'

Da die Arbeitslosigkeit für uns im nächsten Jahrhundert die größte sozioökonomische Herausforderung darstellen wird, hat man sich erneut des entscheidenden Beitrags der Kleinbetriebe zur Schaffung von Arbeitsplätzen außerhalb des landwirtschaftlichen Sektors besonnen. So sind in den USA im Zeitraum von 1980 bis 1987 im Vergleich zu den 1,3 Millionen zusätzlichen Stellen im öffentlichen Sektor 17 Millionen Arbeitsplätze durch Neugründungen und in mittelständischen Unternehmen entstanden. In Kenia entfallen 75 % aller neu geschaffenen Arbeitsplätze auf das Kleingewerbe. Unübersehbar ist auch die Bedeutung dieser Unternehmen für technische Innovationen, gehen doch 50 % sämtlicher Innovationen überhaupt und 95 % aller revolutionären Neuerungen seit dem Zweiten Weltkrieg auf ihr Konto, darunter: Mikrocomputer, Herzschrittmacher, Expreßzustellungen über Nacht, Fertiggerichte, orale Verhütungsmittel und der Röntgenapparat.'

Auch die weltweiten Umwälzungen in der politischen Ökonomie des letzten Jahrzehnts haben unser Interesse am Kleingewerbe und an der Persönlichkeit des Unternehmers neu belebt. Selten zuvor herrschte solche Einmütigkeit zwischen den Staaten über die Notwendigkeit, das Wirtschaftswachstum auf dem Wege über die Marktkräfte anzukurbeln. Ob nun in China, Südafrika, Deutschland oder in den Ländern der ehemaligen Sowjetunion – überall hat sich die Erkenntnis durchgesetzt, daß der privatwirtschaftliche Sektor als wichtigstes Instrument für die Steigerung des Einkommens ausgebaut werden muß. Der Unternehmer ist heute Rollenvorbild, und das Unternehmertraining zum Erlernen der Kunst der erfolgreichen Betriebsgründung und -führung ist mittlerweile ein Geschäft geworden, das höchste Zuwachsraten verzeichnet. Die Wirkung, die die Technik im 19. Jahrhundert entfaltete, geht im 20. Jahrhundert von der Persönlichkeit des Unternehmers aus. Ebenso wie der allgemeine Einzug der Werkzeugmaschinen die Arbeiter von beschwerlichen und monotonen Verrichtungen befreite, eröffnet nunmehr die Tätigkeit des Unternehmers dem Durchschnittsbürger die Möglichkeit, an einem Lebensstil teilzuhaben, von dem man bislang glaubte, er sei nur einem kleinen Personenkreis vorbehalten. Unternehmer finden in ihrer Aufgabe weitaus größere Erfüllung als andere Menschen, und da viele von ihnen überhaupt nicht in den Ruhestand gehen, leisten sie noch bis ins hohe Alter hinein einen wertvollen Beitrag zum Wirtschaftsleben.' Anläßlich seines 75. Geburtstages danach gefragt, wann er sich denn zur Ruhe zu setzen beabsichtige, antwortete der bekannte Autohersteller Henry Ford: „Darauf habe ich noch keinen einzigen Gedanken verschwendet! Ich werde so lange dabei sein, wie ich nützlich sein kann, und ich will so lange nützlich sein, wie ich da bin.“

Ziel der vorliegenden Abhandlung ist es, die bisherigen Entwicklungen im Bereich der Unternehmens- und Unternehmerförderung nachzuzeichnen und die wesentlichen Überlegungen aufzuzeigen, die praktischen und kosteneffizienten Förderprogrammen für Unternehmen in aufstrebenden Volkswirtschaften zugrunde liegen und deren Nachhaltigkeit und Wiederholbarkeit gewährleisten. Am Schluß soll eine Methode der Unternehmensförderung vorgestellt werden, die in weiten Teilen Osteuropas, Asiens, Lateinamerikas und Afrikas mit beeindruckendem Erfolg angewandt worden ist.

 

 

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