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Das chinesische Dilemma


Es ist faszinierend, die gegenwärtige ökonomische Entwicklung Asiens, besonders die Chinas, mitzuerleben, dessen rasantes Wachstum und dessen unvergleichlich schneller Wandel die Welt in Erstaunen versetzen. Im Gegensatz zu Rußland scheint China die Investitionen von Unternehmen in aller Welt wie ein Magnet anzuziehen. Die Quelle dieser Anziehungskraft ist der riesige chinesische Markt mit zwischen 1,2 und 1,5 Milliarden Einwohnern. Während Rußland zuerst versuchte, sein politisches System zu verändern, ist es der chinesischen Regierung gelungen, zuerst die Wirtschaft zu verändern, indem sie offene Strategien gewählt hat, die extrem flexibel und pragmatisch sind. Es muß an dieser Stelle erwähnt werden, daß Chinas sozialistische Marktwirtschaft einerseits und die Menschenrechtsverletzungen andererseits für Außenstehende kaum verständlich sind.

Wie schätzen Sie das China von heute und von morgen ein?

Sie, bei Daiei, und einige andere Einzelhandelskonzerne auch haben in Japan während der letzten Jahrzehnte mehr geleistet, als nur wichtige neue Unternehmen aufzubauen. Sie haben mit Hilfe dieser Unternehmen erkannt und gelöst, was vor vierzig Jahren als eines der zentralen sozialen Probleme Japans galt — und damals für unlösbar gehalten wurde: Wie macht man, ohne das soziale Gefüge aus dem Gleichgewicht zu bringen, aus den »Tante-Emma-Läden« vergangener Zeiten ein modernes Vertriebssystem? Ich erwähne das gleich zu Beginn, weil sich so viele Fragen in unserem Dialog um soziale Umwälzungen drehen, die, zu fast gleichen Teilen, durch die Veränderungen in der Weltwirtschaft, in der Weltgesellschaft, der Weltpolitik und durch technologische Fortschritte ausgelöst werden. Darüber hinaus soll die Art und Weise, wie Sie in Japan diese Umwälzungen als Chance genutzt haben — sowohl um große Umwälzungen zu gründen als auch um soziale Probleme zu lösen —, uns als Beispiel dienen, wie wir mit den Umwälzungen umgehen können, die in den folgenden Jahren so weitreichend und schwerwiegend zu werden drohen.

Es ist, so denke ich, angemessen, daß sich Ihre erste Frage um China und seine Zukunft dreht.

Ganz sicher war die Entwicklung der chinesischen Küstenregion und des südostasiatischen Festlands während der letzten zehn bis fünfzehn Jahre das wichtigste Ereignis der Weltwirtschaft. Sie wirft allerdings auch die meisten Fragen auf.

Statistiken über China sind notorisch unglaubwürdig. Doch es gibt ausreichende Gründe für die Annahme, daß die chinesische Küstenregion bereits zur drittgrößten ökonomischen Macht aufgestiegen ist. Wenn sie auf diese Art und Weise fortfährt zu wachsen, wird sie um das Jahr 2000 zur zweitgrößten Wirtschaftsmacht aufgestiegen sein. Mit einem Produktionsvolumen auf dem jetzigen japanischen Niveau — oder größer — und natürlich mit einer drei- bis viermal so großen Bevölkerungszahl. In der Tat hat die Entwicklung der chinesischen Küstenregion zu einer Wirtschaftsmacht die grundlegenden Strukturen der Weltwirtschaft verändert.

 

 

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