Economia48 Projekt Wirtschaftslexikon Management Lexikon Lexikon Wirtschaft
A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z
 
 

 

 

Das Wertenetz bei der Spieltheorie


In der Spieltheorie gibt es vier Arten von »Spielern«, mit denen ein Unternehmen in Beziehung steht: Kunden, Lieferanten, Konkurrenten und Komplementoren. All diese Spieler sind voneinander abhängig und ein und derselbe Spieler kann gleichzeitig mehrere Rollen spielen. Konzentriert sich das Unternehmen auf nur eine Art von Spielern oder eine Art von Beziehung, so kann diese Sichtweise blind für die Realität machen. Hingegen offenbart die Betrachtung des gesamten Bildes neue strategische Chancen.

Jedes Unternehmen sollte sämtliche Spieler, mit denen es zu tun hat, sowie deren gegenseitige Abhängigkeiten in ein Diagramm, ein Wertenetz, einzeichnen. Entlang der vertikalen Dimension des Wertenetzes stehen die Kunden und die Lieferanten des Unternehmens. Ressourcen wie Rohstoffe oder Arbeitskraft fließen von den Lieferanten zum Unternehmen, Produkte und Dienstleistungen vom Unternehmen zu den Kunden. Geld fließt in die umgekehrte Richtung, von den Kunden zum Unternehmen und vom Unternehmen zu den Lieferanten. Entlang der horizontalen Dimension stehen die Konkurrenten und Komplementoren des Unternehmens. All diese Spieler müssen in ihrer jeweiligen Rolle identifiziert werden. Die Entscheidung, wer von den Wettbewerbern ein Konkurrent und wer ein Komplementor ist, hängt, so Barry Nalebuff und Adam Brandenburger, von der relativen Bewertung des Produktes durch die Kunden ab: »Ein Spieler ist Ihr Konkurrent, sofern Kunden Ihr Produkt geringer bewerten, wenn sie das Produkt des anderen Spielers haben, als wenn sie nur Ihr Produkt alleine haben.« Und: »Ein Spieler ist Ihr Komplementor, sofern Kunden Ihr Produkt höher bewerten, wenn sie das Produkt des anderen Spielers haben, als wenn sie nur Ihr Produkt allein haben.«

Klassische Beispiele für Konkurrenten sind Coca-Cola und Pepsi Cola. Wer gerade eine Coca-Cola getrunken hat, legt wahrscheinlich weniger Wert auf Pepsi Cola als jemand, der noch seinen Durst stillen will. Eine Coca-Cola belebt den Pepsi-Geschmack nicht. Zur Identifizierung der Konkurrenten muss sich ein Unternehmen in die Lage des Kunden versetzen und sich fragen: Was könnten meine Kunden kaufen, das den Wert meines Produktes für sie vermindert? Wie könnten Kunden ohne mein Produkt ihren Bedarf decken?

Beispiele für Komplementoren sind Dörffler und Kühne, weil die meisten Menschen Würstchen lieber mit Senf haben als ohne. Auch essen wenige Senf pur ohne Würstchen. Um seine Komplementoren zu finden, muss sich das Unternehmen wiederum in die Lage des Kunden versetzen und sich fragen: Was könnten Kunden kaufen, damit mein Erzeugnis für sie wertvoller wird?

Bei der Betrachtung seiner Lieferanten muss, so Barry Nalebuff und Adam Brandenburger, das Unternehmen folgende Bestimmungen vornehmen: »Ein Spieler ist Ihr Konkurrent, wenn es für einen Lieferanten weniger attraktiv ist, Sie weiter zu beliefern, wenn er auch den anderen Spieler beliefert, als wenn er Sie allein beliefert. (...) Ein Spieler ist Ihr Komplementor, wenn es für einen Spieler attraktiver ist, Sie zu beliefern, wenn er auch den anderen Spieler beliefert, als wenn er Sie allein beliefert.«. In der Spieltheorie zählen zu den Lieferanten auch Kapitalgeber wie beispielsweise Banken sowie die Arbeitnehmer – sie erhalten Geld dafür, dass sie dem Unternehmen Ressourcen überlassen, nämlich Arbeit, Fachwissen und Zeit.

 

 

Diese Seite als Bookmark speichern :

 

 

Weitere empfehlenswerte Webseiten:

Groß ist nicht allmächtig – Ausblick für Entrepreneurship

Was kann die Gemeinschaft für mich tun?

Wie Teamarbeit untergraben wird

 

Startseite | Themen | Projekt | Kontakt | Impressum | Rechtliche Hinweise

1| 2| 3| 4| 5| 6| 7| 8| 9

Copyright © 2011 All rights reserved. Wissensarchiv für Wirtschaft