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Das Unternehmensziel und seine Bedeutung


Mit dem Management des Wandels zu beginnen ist jedoch der falsche Ansatz. An erster Stelle muß das Management der Kontinuität stehen. Jedes Wirtschaftsunternehmen muß sein Gleichgewicht zwischen Wandel und Kontinuität finden — und das erfordert als erstes die Festlegung einer grundsätzlichen Ausrichtung, also der Kontinuität des Unternehmens. Damit eine Firma effektiv arbeitet, muß sie unbedingt Veränderungen als Chance nutzen können.

Dies erfordert aber umgekehrt, daß das Unternehmen ein klar formuliertes Ziel hat. In der gegenwärtigen Diskussion um das Management des Wandels wird dies häufig vergessen. Ohne ein solches Ziel — das heißt ohne Kontinuität — aber ist das Unternehmen ruderlos und kommt nur allzu leicht vom Kurs ab.

Isao Nakauchis Feststellung, das Ziel Daieis sei es, »die Preise von Gebrauchswaren bis zum Jahr 2010 zu halbieren«, klingt täuschend einfach. Das ist bei allen effektiven Zieldefinitionen der Fall. Aber wie alle effektiven Zieldefinitionen ist auch diese eine Aufforderung zum Handeln, nicht nur eine fromme Absicht. Sie vermittelt den Menschen in einem Unternehmen, was sie wie bewerten sollten, was Effektivität für die Organisation und für ihre eigene Arbeit bedeutet. Wie alle effektiven Zieldefinitionen macht sie aus einer Menschenmenge ein Team und verhindert, daß die Mitarbeiter nur ihre eigene Arbeit machen, statt sich am gemeinsamen Ziel zu orientieren. Mit anderen Worten: Ohne effektive Zieldefinition wird es keine Leistung geben.

Und wie im Falle Daieis meint eine effektive Zielbestimmung keineswegs das finanzielle Ziel. Letzteres ist erst das Ergebnis einer effektiven Leistung. Die Zieldefinition muß ausdrücken, welchen Beitrag das Unternehmen zur Gesellschaft, zur Wirtschaft, für die Kundschaft leisten soll. Sie muß zum Ausdruck bringen, daß das Unternehmen eine Institution der Gesellschaft ist und daß es von sozialem Nutzen sein soll.

Denn mit Zieldefinitionen, die die Ausrichtung des Unternehmens in finanzielle Begriffe fassen, wird es nicht gelingen, den Zusammenhalt, die Hingabe, die Visionen zu erzeugen, die die Menschen, die die Arbeit leisten, benötigen, um das angestrebte Ziel zu verwirklichen.

Ein altes Sprichwort — es stammt meines Wissens aus dem antiken Rom — besagt: »Menschen essen, um zu leben, aber sie leben nicht, um zu essen.« Ähnlich müssen Unternehmen finanzielle Ergebnisse erzielen, um zu leben — ohne sie können sie nicht existieren, ja, können sie ihre Arbeit nicht leisten. Doch sie existieren niemals, nur um finanzielle Resultate zu erbringen. Die allein sind nicht ausschlaggebend, sind nicht der Sinn eines Unternehmens und können seine Existenz nicht rechtfertigen und begründen.

 

 

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