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Das Märchen und die Soziale Gerechtigkeit


Nein, das kann er in der Tat nicht, weil es diese ominöse „soziale Gerechtigkeit“ nicht gibt. Es handelt sich bei ihr um eine reine Täuschungsformel, um ein Trugwort ohne jeden Inhalt. Sie ist sogar eine Perversion des Gerechtigkeitsbegriffes. Wer sie in seiner Rede führt, versteht entweder zu wenig von Recht und Gerechtigkeit – oder aber, was häufiger der Fall ist, er will die Zuhörer bewußt in die Irre führen. Bei der „sozialen Gerechtigkeit“ handelt es sich nicht etwa um eine Unterart oder spezielle Form der Gerechtigkeit. Wenn sie überhaupt irgendetwas ist, dann das Gegenteil von Gerechtigkeit, also nacktes Unrecht. Was ist denn der konkrete Inhalt der Forderungen nach „sozialer Gerechtigkeit“ ? Den einen, die höhere Einkommen und Vermögen haben, soll unter Androhung oder Anwendung von Gewalt (nämlich über Steuern) etwas weggenommen – und den anderen, die niedrigere Einkommen und Vermögen haben, gegeben werden. Damit wird unterstellt, alle Einkommen und Vermögen der Bürger seien Kollektiveigentum, über welches das Gewaltmonopol Staat oder die sogenannte, demokratische Mehrheit’ beliebig verfügen könne. Das ist die Umkehrung und das Gegenteil des Gerechtigkeitsbegriffs. Und zwar in jeder Hinsicht. Eine solche Vorstellung von „Gerechtigkeit“ verletzt nicht nur den methodischen Inhalt des Terminus (gleiche Regeln für alle), sondern auch den Kern seines rechtlichen Gehalts, der – wie bereits gesagt – in der Unverletzlichkeit des Eigentums (Körper, Leben, Früchte der Arbeit) einer jeden Person besteht. „Soziale Gerechtigkeit“ heißt im Klartext immer und ausschließlich: Den einen mit staatlichem Zwang und hoheitlicher Gewalt etwas von ihrem redlich erworbenen Eigentum wegnehmen – und das Geraubte anderen geben, die behaupten oder denen man eingeredet hat, darauf einen Anspruch zu haben. Dieser Anspruch stützt sich auf nichts als auf den Begriff der „sozialen Gerechtigkeit“, der – im Gegensatz zum adjektivlosen Gerechtigkeitsbegriff – eine Leerformel darstellt, die weder quantitativ noch qualitativ bestimmt werden kann. Wer diesen Ausdruck in seinen Sprachgebrauch aufnimmt, braucht sich über, Werte`“Moral`“Ethik` oder ‚Tugenden’ nicht mehr zu unterhalten, weil alle diese Termini zu Lügenbegriffen werden, sobald sie mit dem General-Lügenbegriff „Soziale Gerechtigkeit“ in Berührung kommen.

Wie atemberaubend weit die Perversion des Gerechtigkeitsbegriffs in den Staaten des sogenannten Freien Westens gediehen ist, kann man an der feierlichen Gloriole erkennen, mit der das 1971 erschienene Buch „A Theory of Justice“ von John Rawls seither umrankt wurde. Weder haben unsere Philosophen und Staatstheoretiker – und schon gar nicht die Politiker – die zutiefst totalitären Grundzüge erkannt, die diesem Werk immanent sind, noch haben die Theologen den abgründigatheistischen Charakter dieses intellektuellen Blendwerks bemerkt. Als einer der wenigen messerscharfen Denker unserer Zeit hat der Wissenschaftstheoretiker Gerard Radnitzky schon vor fast zwei Jahrzehnten darauf hingewiesen, daß der totale und geradezu kosmisch-hypertrophe Egalitarismus, der sich im Rawls’schen Gerechtigkeitsbegriff verbirgt, eine Art „Konkursmasse der Theodizee“ darstellt, eine säkularisierte Version der christlichen Kompensationsidee. Das als hochmoralisch erscheinende Gesellschaftsmodell von Rawls paßt in Wahrheit nur zur Horrorvision einer Gesellschaft von genetisch geklonten Massenhumunkuli. (s. Radnitzky 1982)

 

 

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