Economia48 Projekt Wirtschaftslexikon Management Lexikon Lexikon Wirtschaft
A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z
 
 

 

 

Computer und Bildung


Ich möchte mich nun dem zuwenden, was in Zukunft für Schule und Bildung gleichermaßen wichtig sein wird. Es besteht kaum ein Zweifel, daß die Schule von morgen grundlegend anders aussehen wird als die Schule von gestern und heute.

Sie haben völlig recht, wenn Sie behaupten, daß der Computer nur ein Werkzeug sei. Doch Werkzeuge haben einen Einfluß auf ihre Benutzer. Ein neues Werkzeug ermöglicht es uns, altes auf eine neue Weise zu behandeln. Doch ein neues Werkzeug ermöglicht uns auch ein neues Handeln, zu dem wir vorher nicht in der Lage waren. Das hat seine Gültigkeit für den Computer genauso wie für jedes vor ihm erfundene Werkzeug. Ein Werkzeug, stellte einer der größten Biologen des 19. Jahrhunderts fest, ist eine Erweiterung der Persönlichkeit des Menschen. Es ist eine zweckorientierte, vom Menschen geschaffene Evolutionsleistung. Die Arbeit mit einem neuen Werkzeug führt immer dazu, daß sich sein Benutzer verändert. Und das trifft mit Sicherheit auch auf die neuen Informationstechnologien zu. Ich behaupte, daß die Institutionen, auf die die neuen Informationstechnologien den größten Einfluß haben werden, die Schulen und das Bildungssystem sind.

Ein Grund dafür ist, daß Computer außerordentlich kinderfreundlich sind. Beobachten Sie ein neun Jahre altes Kind an einem Computer, und Sie werden feststellen, daß er auf eine Weise mit dem Kind korrespondiert wie kein Werkzeug oder Hilfsmittel zuvor. Und kein Spielzeug ist in der Lage, ähnliches zu leisten. Er verfügt über unendliche Geduld, und er paßt sich der Geschwindigkeit und dem Rhythmus des jeweiligen Benutzers vollständig an. Er gibt einem nicht das Gefühl, unfähig zu sein – und zudem ist er verspielt.

Doch über all dem steht, daß der Computer uns in die Lage versetzt, Lernen und Lehren voneinander zu trennen. In einer typischen Schulsituation bleibt einem Lehrer nur wenig Zeit, wirklich pädagogisch zu unterrichten, die meiste Zeit wird für stereotype Aufgabenstellungen benötigt, seien es Kanji (aus dem Chinesischen übernommene Schriftzeichen mit einer Bedeutung), mathematische Aufgaben oder Geschichtsdaten. Das kann ein Computer wesentlich besser und darüber hinaus wesentlich preiswerter. Der Computer schafft dem Lehrer Freiräume für gezieltes pädagogisches Arbeiten, was bedeutet, daß es ihm nun möglich ist, sich mit der Persönlichkeit des einzelnen Schülers auseinanderzusetzen, diese zu fördern und zu stärken. Überall da, wo Computer in Schulen eingesetzt werden, hat sich die gesamte Atmosphäre verändert. Die Kinder sind mit einem Mal so wißbegierig, daß die Schulen gar nicht mehr in der Lage sind, angemessen darauf zu reagieren. Und mit einem Mal haben die Lehrer Zeit, sich intensiv um Interessen und Projekte einzelner Schüler zu kümmern und um deren Begabungen und Stärken. Die Schule von morgen wird daher technologiebezogen sein, während Schule im traditionellen Sinne ausschließlich arbeitsintensiv war.

 

 

Diese Seite als Bookmark speichern :

 

 

Weitere empfehlenswerte Webseiten:

Der wirtschaftliche Ausverkauf und die Veränderung der industriellen Strukturen

Die Gelegenheit – Die einzelnen Stufen des Entrepreneurship

Noch eine letzte, eher persönlich-intime Frage: Ist die Freiheit das wichtigste in Ihrem Leben?

 

Startseite | Themen | Projekt | Kontakt | Impressum | Rechtliche Hinweise

1| 2| 3| 4| 5| 6| 7| 8| 9

Copyright © 2011 All rights reserved. Wissensarchiv für Wirtschaft