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Chinas Perspektiven als Föderation autonomer Regionen


Während China rechtlich immer noch ein Land mit einer Zentralregierung ist, würde ein Land, das mehr oder weniger offen strukturiert ist, wie so häufig im Laufe der chinesischen Geschichte eher der derzeitigen Situation entsprechen. Im historischen Kontext als »Fürstentümer« bezeichnet, wären es nun »autonome wirtschaftliche Regionen«, große Regionen, in denen Menschen leben, die einen ähnlichen Dialekt sprechen, zum Beispiel die Gebiete um Schanghai, Kanton oder Amoy. Regiert würden diese Gebiete von einer regional dominierenden Stadt aus.

Ein eigenverantwortliches Handeln wäre möglich, und Abgaben, in allerdings nur bescheidenem Umfang, müßten an die chinesische Zentralregierung gezahlt werden. Jede dieser Regionen wäre ebenso groß wie die größten Länder dieser Erde, und jede hätte einen überaus eigenständigen Charakter. Und genau so sieht das historische Modell der chinesischen Staatsorganisation aus. In der Tat ging es China am besten, wenn dieses Modell zur Anwendung kam.

Die Anzeichen dafür, daß China sich wieder in Richtung dieses Modells bewegt, werden immer deutlicher. Es existieren bereits fünf solcher »Freihandelszonen« - wenn auch noch nicht gänzlich offiziell. Eine konstituiert sich in der Mandschurei, eine andere um Tientsin, eine in der Umgebung von Schanghai, eine weitere um Kanton - Hongkong und schließlich um Taiwan -Amoy.

Dies, so möchte ich noch einmal klarstellen, ist eine sehr optimistische Prognose für das China des Jahres 2010. Optimistisch daran ist sicherlich anzunehmen, daß diese Entwicklung friedlich, einträchtig und ohne große Unruhen, wenn nicht sogar ohne eine große Katastrophe vonstatten geht. Doch ist das zu optimistisch? Es ist absehbar - fast sicher -, daß China innerhalb der nächsten Jahre in heftige Turbulenzen geraten wird. Kein Land mit einer ähnlich rasanten wirtschaftlichen Entwicklung würde diesen Turbulenzen entgehen können. »Seifenblasen« -Japan hat das gerade schmerzhaft feststellen müssen - platzen immer. In einigen Jahren werden wir sicherlich ähnliches von der chinesischen »Seifenblasenökonomie« berichten - und die Blase, die dann platzt, ist um einiges größer und weitreichender als jene, die vor einigen Jahren in Japan platzte. Bleibt es dann bei einer vorübergehenden Turbulenz, wie das in Japan der Fall zu sein scheint und wie das in den späten achtziger Jahren in den USA der Fall war? Oder muß China dann mit einer langwierigen Krise rechnen, ja vielleicht mit einem langwierigen und heftigen Bürgerkrieg?

 

 

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