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Chaosmanagement


Wie muss ein Unternehmen beschaffen sein, das in Zeiten erfolgreich sein kann, in denen langfristige Strategien schnell zur Makulatur werden? Thomas Peters erste Antwort dazu ist: »Verrückte Zeiten brauchen verrückte Unternehmen« und weiter erläutert er: »... mich treibt die wachsende Erkenntnis um, dass die meisten Unternehmen furchtbar öd und langweilig sind. Dennoch werden Kreativität und Elan von den meisten Managementtheorien beharrlich ignoriert. Nicht wenige laufen sogar auf eine Strangulierung von Kreativität und Unterdrückung von Elan hinaus, und das zu einer Zeit, da diese Faktoren zur Hauptquelle für Wirtschaftswachstum geworden sind.«

Den Sog der Beschleunigung belegt Peters mit der Tatsache, dass 1981 rund 2 700 neue Produkte in die Lebensmittelläden und Drugstores der Vereinigten Staaten kamen, zehn Jahre später jedoch, 1991, waren es bereits 16 100. Ideen in immer kürzerer Zeit in marktgängige Angebote umzusetzen, und dies bei eher geringerer Beschäftigt enzahl im eigenen Unternehmen, wird zur maßgeblichen Aufgabe des Managements. Als Erstes muss dieses Tempo der Veränderung zumindest mitgegangen, nach Möglichkeit selbst bestimmt werden. Zum Zweiten ist es schon aus Zeitgründen nicht mehr möglich und daher nicht ratsam, die Experten zur Realisierung einer Angebotsidee im eigenen Hause zu vereinen. Vielmehr werden immer mehr körperlose Unternehmen entstehen, welche projektbezogen die notwendigen Fachbereiche und Dienstleister zu einem Ad-hoc-Netzwerk verknüpfen. Die bewusste Überschreitung von Unternehmensgrenzen stellt an die Mitarbeiter nicht nur Aufgaben der Kommunikation, auch vielfältige andere Probleme müssen dabei kooperativ gelöst werden.

Ein weiteres Erfolgskriterium wird dabei immer wichtiger, und zwar das frühzeitige Erkennen der spezifischen Kundenbedürfnisse. Das betrifft den gesamten Katalog von Akzeptanzkriterien, die aus der Marktforschung bekannt sind, wie Funktionalität, ästhetische Kriterien oder auch Lifestyle-Prägungen. Dies in eine adäquate Verkaufsstrategie umzusetzen bleibt Aufgabe eines geschickten Marketings. Dies führt zu der Konsequenz, dass Unternehmen immer weniger mit materiellen Gegenständen, dafür umso mehr mit intellektuellen Problemlösungen für den Kunden erfolgreich sind. Bei immer kürzeren Zeiten zwischen Erkennen des gewandelten Kundenwunsches und der Realisierung des Angebots sind Fehleinschätzungen bis hin zum Verlust der Konkurrenzfähigkeit nahezu unausweichlich. In diesem Fall bleibt für Peters nur eine Konsequenz: Alles Aufgeben! Es gibt keine Räume mehr wie bei nationalen Volkswirtschaften, in die man sich bei überlegener Konkurrenz noch zurückziehen könnte. Alle wichtigen Länder dieser Erde, nicht nur die klassischen Industriestaaten, verfolgen eine Strategie des Ausbaus einer technologie- oder wissensorientierten Wirtschaft. Nach Einschätzung von Peters nützt es nichts, wenn mit staatlicher Unterstützung das Unvermeidliche aufgehalten werden soll. Ganz wichtig wird vielmehr sein, die Ungewissheit im wirtschaftlichen Leben auszuhalten. »Gewinner werden die Neugierigen sein, die leicht Verrückten, Menschen mit unstillbarem Wissensdurst und Tatendrang«.

 

 

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