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Beschäftigungsbeitrag und Wachstumsmuster kleiner Betriebe


In Anbetracht zunehmender Globalisierung von Arbeitsmarkt und Produktion sowie veränderter technologischer Rahmenbedingungen stellt sich die Frage, wie der andauernden Massenarbeitslosigkeit begegnet werden kann bzw. in welchen Unternehmen und Wirtschaftsbereichen noch Arbeitsplätze entstehen? Großbetriebliche Strategien in Richtung Rationalisierung und Restrukturierung weisen darauf hin, daß selbst wirtschaftlichem Wachstum meist nur noch bescheidene Beschäftigungseffekte zur Seite stehen („jobless growth“). Politik und Wissenschaft zeigen daher neuerdings wieder verstärktes Interesse an den Leistungspotentialen mittelständischer Unternehmen, v.a. an deren Rolle bei der Bewältigung eklatanter Arbeitsmarktprobleme.

Mit der vorliegenden Untersuchung wird ein detaillierter Blick auf die längerfristige Entwicklung kleiner und mittlerer Betriebe und ihren Beitrag zur Schaffung von Arbeitsplätzen geworfen. Dabei interessiert auch, inwieweit sich aus der Struktur der Veränderungen Rückschlüsse auf die Ursachen und das spezifische Muster dieser Entwicklung ziehen lassen. Hierfür wurden die Daten der Beschäftigtenstatistik der Bundesanstalt für Arbeit zugrundegelegt. Die aus den Meldedaten der Arbeitgeber (bei den Sozialversicherungsträgern) gewonnene Betriebsdatei hat den Vorteil, daß sie als einzige eine kontinuierliche betriebsgrößendifferenzierende Berichterstattung im Zeitraum zwischen den Totalerhebungen der Arbeitsstättenzählungen erlaubt. Sie hat allerdings den Nachteil, daß hier nur Betriebe und Beschäftigte mit sozialversicherungspflichtig Beschäftigten aufgeführt sind und zudem nur Aggregatdaten für Querschnittsvergleiche zur Verfügung stehen. Den Schwerpunkt der Analyse auf die Konstanz und Stärke ganzer Aggregate und weniger auf die Überlebensfähigkeit der einzelbetrieblichen Existenz zu legen, bedeutet nicht, den zwischen den Aggregaten vorzufindenen Fluktuationsprozeß sowie Marktein- und austritte zu ignorieren. Es kann jedoch davon ausgegangen werden, daß sich eine bestimmte Population an Organisationen auch unter wechselnder Zusammensetzung als dominierendes Aggregat verstärkt am Markt durchzusetzen vermag. In einer sich wandelnden „Organisationsumwelt“ entstehen veränderte Anforderungen. Die beobachteten unternehmerischen Strategien zur Anpassung an veränderte Marktsituationen, wie sie sich etwa in den Prozessen betrieblicher Desintegration, Auslagerung und Differenzierung bemerkbar machen, weisen darauf hin, daß die Größe einer Organisation ein gewichtiger Faktor in der Reihe möglicher Reaktionen auf „Umweltveränderungen“ ist. In einer Neueinschätzung des Bürokratiemodells von Max Weber ging die Organisationssoziologie davon aus, daß sich bürokratische Strukturmerkmale tendenziell eher dann entwickeln und dabei am effizientesten arbeiten, wenn die „Umwelt“ der Organisation relativ stabil verbleibt oder Veränderungen langfristig berechenbar bleiben. Dagegen erweisen sich flexible oder „professionelle“ Organisationen – und dies sind i.d.R. kleinere Betriebe – als effizienter, wenn sich die Umweltbedingungen rapid verändern. Im Kontext des raschen wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Wandels der jüngeren Zeit und der damit gewachsenen Unsicherheit, gewinnt daher die These von der höheren Flexibilität kleiner Betriebe vermehrt an Bedeutung. Dic Adaptations- und Leistungspotentiale einer Organisationspopulation bestimmter Größe induzieren das Wachstum eines mit Querschnittsdaten erfaßbaren Aggregats.

 

 

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