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Bei der Marktführerschaft gibt’s es zwei Antriebskräfte: Markt und Technologie


Diese beeindruckenden Patentstatistiken dürfen aber nicht zu der Schlussfolgerung verleiten, dass die Technologie die Hauptantriebskraft der Hidden Champions sei. Hermann Simon belegt, dass diese Annahme falsch wäre. Vielmehr ist es die Mischung aus Technologie und Markt, die ein mittelständisches Unternehmen zum Marktführer macht. Anstatt entweder marktorientiert oder technologieorientiert zu sein, ist es besser, beides zu verfolgen. Der Grund liegt auf der Hand: Jede der beiden Orientierungen hat Vor- und Nachteile. Geht man zu sehr in die Extreme, dominieren die Nachteile. Denn ist die Orientierung zu einseitig, werden beispielsweise die positiven und beabsichtigten Effekte der Marktorientierung (Berücksichtigung von Kundenwünschen u. Ä.) von den Nachteilen (fehlende Spezialisierung auf Technologie, Verlust der technologischen Marktführerschaft, geringe F&E-Aufwendungen) übertroffen. Umgekehrt läuft ein Unternehmen, das sich einseitig auf die Technologie konzentriert, um seine Innovationsfähigkeit zu fördern, Gefahr, zu hoch gezüchtete, hochpreisige Produkte zu liefern und sich so seinen Kunden zu entfremden. Während sich Großunternehmen in der Regel schwer tun, diese Polarisierung auszubalancieren, haben kleinere Betriebe weniger Probleme damit. Sie müssen nicht mit einer unüberschaubaren Betriebsgröße, mit übertriebener Arbeitsteilung, funktionaler Trennung und starrer Abteilungsbildung kämpfen. Sie sind kleiner und deshalb näher am Kunden, alle Mitarbeiter haben ein umfassendes Verständnis des Wertschöpfungsprozesses. Hinter dem Konflikt zwischen einseitiger Markt- oder Technologieorientierung vermutet Hermann Simon teilweise kulturelle Ursachen. Eine funktionale oder berufsbestimmte Unternehmenskultur leitet ihre Werte von der Funktion bzw. dem Beruf ab. »Ein Ingenieur strebt danach, ein guter Ingenieur zu sein und von anderen Ingenieuren respektiert zu werden.« Hingegen leitet eine Kundennutzen-Unternehmenskultur ihre Werte hauptsächlich vom Nutzen ab, den sie ihren Kunden vermittelt. In Großunternehmen dominiert tendenziell eine funktional-berufsbestimmte Kultur. In kleineren Betrieben hingegen arbeitet jeder ständig mit anderen Funktionen und Berufen zusammen. Jeder Mitarbeiter ist dem Ergebnis seiner Arbeit näher und erhält mehr Feedback von den Kunden. Daraus ergibt sich eine bessere Integration von Technologie und Markt.

 

 

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