Economia48 Projekt Wirtschaftslexikon Management Lexikon Lexikon Wirtschaft
A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z
 
 

 

 

Aus Ideen werden Unternehmer - Welche Ressourcen sind notwendig?


Wenn Institutionen mit erheblichen Ressourcen, wie z.B. staatliche und nichtkommerzielle Einrichtungen oder große Konzerne, eine Chance nutzen wollen, sind sie oft versucht, sehr viele Ressourcen darauf zu verwenden, d.h. überall „erster Klasse“ zu reisen. Dahinter steht die Überlegung, daß man so die Möglichkeit eines Fehlschlags reduziert und eventuelle Gewinne vergrößert.

Nach unseren Beobachtungen besteht zwischen der Menge der verwendeten Ressourcen und dem Erfolg keine Beziehung. Wichtiger ist, wie innovativ die Institution diese Ressourcen einsetzt. Die Apple- und IBM-Personalcomputer wurden von Organisationen entwickelt und produziert, die eine nur geringe vertikale Integration haben. Nur wenige erfolgreiche Immobilienhändler haben Architekten, Bauunternehmer oder auch nur Makler auf ihrer Gehaltsliste. Trotzdem erzielen viele dieser Organisationen eine außergewöhnliche Investitionsrendite und Eigenkapitalrendite.

„Not macht erfinderisch“, sagt ein Sprichwort, und daher machen viele Existenzgründer von ihren begrenzten Ressourcen kreativen Gebrauch. Computeringenieure, die ein Unternehmen für Computerzubehör gründen, werden entdecken, daß sie ein Verkaufstalent besitzen, von dessen Vorhandensein sie nichts ahnten. Der Besitzer eines neuen Restaurants wird das Kellnern schnell erlernen. Effektive Unternehmer setzen ihre Ressourcen so sparsam wie möglich ein.

Jemand am Promoter-Ende unserer Skala hat auch deswegen einen Ruf als Spieler, weil er wagt, neue Märkte anzugehen, und weil er alles auf eine Karte setzt. In Wirklichkeit setzt er nur deswegen alles ein, weil er nicht genug hat. Erfolgreiche Entrepreneure suchen sich auf ihrem Weg zum Erfolg Plateaus, wo sie Gewinne ansammeln können, bevor sie versuchen, sich weitere Ressourcen zu verschaffen und ihre Chancen weiter zu verfolgen. Sie wünschen sich zwar, daß sie mehr einzusetzen hätten, aber auch mit weniger erreichen sie mehr.

Welche Ressourcenmengc ist erforderlich, um eine Geschäftsmöglichkeit, die man wahrnimmt, zu verfolgen? Zwischen Gewinnmöglichkeit und angemessenem Ressourceneinsatz gibt es eine Spannung, deren Bewältigung Teil der aufregenden Herausforderung des Entrepreneurship ist (siehe Tabelle 2, Teil C).

Der größte Teil des unternehmerischen Risikos hat seine Ursache in dem Bemühen, eine Geschäftsmöglichkeit mit unangemessenen Ressourcen zu verfolgen – entweder mit zu vielen oder zu wenigen Ressourcen. Investitionsfehlschläge in Immobilien z.B. treten dann ein, wenn man versucht, größere Projekte zu verwirklichen, als das vorhandene Kapital tragen kann. Wenn Investoren keine Rücklagen bilden, die sie gegen unvorhergesehene Hindernisse oder Rückschläge absichern, scheitern sie. Große Unternehmen neigen zu dem grundlegenden Fehler, zu viele Ressourcen einzusetzen.

Manche großen Unternehmen scheinen zu glauben, daß ihnen alle Möglichkeiten offenstünden, wenn sie nur genügend Ressourcen zur Verfügung hätten. Das ist keineswegs der Fall. Das zeigt Exxons spektakulärer Eintritt in das Geschäft mit elektrischen Motorkontrollsystemen und sein anschließender, demütigender Rückzug. Ein anderer Fehler, der von großen Firmen oft gemacht wird, ist ihr Desinteresse an neu entstehenden Geschäftsbereichen, weil sie ihnen zu klein erscheinen; das erlaubt neuen Betrieben, Marktpositionen zu gewinnen, aus denen sie später nicht wieder verdrängt werden können.

Abgesehen vom Umfang des Ressourceneinsatzes müssen Manager aber auch die Zeitplanung beachten. Am administrativen Ende unserer Skala besteht die Tendenz, mit einer einzigen Entscheidung über den Einsatz aller Ressourcen zu bestimmen. Doch in Phasen schnellen Wandels, wie wir sie in den siebziger und achtziger Jahren erlebt haben, kann man auf neue Konkurrenz, Märkte und Technologien effektiver reagieren, wenn man seine Mittel stufenweise einsetzt. Besonders bekannt ist heute der gestaffelte Eintritt von IBM in den Markt für Mikrocomputerhardware und -software. Die Marketingstrategie von Procter und Gamble ist deswegen so erfolgreich, weil sie Versuche, Tests, strategische Experimente und die phasenweise Einführung neuer Produkte umfaßt.

Der Druck zum schrittweisen Einsatz von Ressourcen, und damit auch zum unternehmerischen Ende unserer Skala, kommt hauptsächlich von außen und enthält folgende Elemente:

 

 

Diese Seite als Bookmark speichern :

 

 

Weitere empfehlenswerte Webseiten:

Digitalisierung: Technologische Durchbruchinnovationen – die Killer-Applikationen

Leeres Gerede vermeiden und handeln

Die Asienkrise mit ihren Währungszusammenbrüchen und die Kräfte der Globalisierung

 

Startseite | Themen | Projekt | Kontakt | Impressum | Rechtliche Hinweise

1| 2| 3| 4| 5| 6| 7| 8| 9

Copyright © 2011 All rights reserved. Wissensarchiv für Wirtschaft