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Archaisches Unabhängigkeitsstreben verbunden mit Stolz, Geltung und Ehrgeiz - Die ökonomisch erfolgreichen Gründer


Dieses Verhalten drückt sich im Gießen-Test in einem hohen Maß an Eigensinn g

und Dominanz aus. Es ist nicht bei allen Gründern nachweisbar, vor allem nicht bei den Spätberufenen und bei einer Gruppe, die sich als g „eigentlich faul“ be- zeichnet. Doch scheint das Sprichwort „Lieber kleiner Herr als großer Knecht“ für viele große Geltung zu besitzen. Warum diese Einstellung eingenommen wird bleibt unklar. Wird Anpassung in positivem Sinne, wird Angestellt-Sein mit Unterwerfung verwechselt? Gibt es einen archaischen, nicht zu bändigenden Willen nach (vermeintlicher) Unabhängigkeit? Oder ist dieses Streben aus der Sozialisation ableitbar, etwa als Reaktion auf erlebtes Unrecht: »Euch Heimkanten werde ich es zeigen“. Oder als Ausdruck eines in der Familie vorherrschenden „Bauernstolzes“?

Denkbar ist, daß die Betreffenden auf einer vorbewußten Ebene ihre Fähigkeiten und ihre Resonanz spüren und sich daher diesen Unabhängigkeitsdrang leisten. Zu dieser Annahme führt unter anderem die Beobachtung, daß sie trotz zahlreicher Eskapaden immer wieder auf die Füße fallen, was den Verdacht erhärtet, dass sie die Eskapaden wohl dosieren. Der letzte Auslöser für die Gründung einer Firma ist dann der Streit mit dem Vorgesetzten über den Standort der Kaffeemaschine. Danach wäre dieses Verhalten weniger ein archaisches Phänomen, sondern eher das Resultat einerewissen Übersicht und des Vertrauens in die eigenen Fähigkeiten. Unabhängigkeitsstreben und sozialer Absturz schreiten oft dicht nebeneinander her. Stolz und Ehrgeiz werden bei Betriebs- und Produktbesichtigungen deutlich. Manche vermögen dies zur Sprache zu bringen: „Mein Name auf dem Gerät und der Tag dürfte 48 Arbeitsstunden haben.“

Die Spätberufenen und die Gruppe, die sich „im eigentliche Sinne als faul und bequem“ bezeichnet, weisen nicht den beschriebenen Unabhängigkeitsdrang auf. Die „eigentlichen Faulen“ erleben Vorgesetzte als Menschen, die sie am Ausleben ihrer Faulheit und Bequemlichkeit hindern. Sie finden es ideal, an der Universität Fuß zu fassen oder wären gerne Gewerbelehrer, um ihre Bequemlichkeit auszuleben. Merkwürdigerweise ist daraus nie etwas geworden. Auf der Suche danach, wie sie ihre Faulheit und die Bequemlichkeit ausleben können, entsteht dann auf sanftem Wege ein Unternehmen, das seine eigene Dynamik entwickelt, die plötzlich ihrer Faulheit entgegensteht. Für ihren Geschmack arbeiten sic viel zu viel und tragen immer noch die Hoffnung mit sich, daß sich dies ändern wird. Dieses Streben nach Faulheit und Bequemlichkeit ist vielleicht ein Versuch, zum schöpferischen Selbst zu finden, eine andere stillere Form der Entfaltung.

Die Spätberufenen verkörpern eher die angepaßten Musterschüler, die jahrzehntelang treu und brav dienen, ihre Fähigkeiten und ihre Leistungen selbst nicht richtig erkennen und auch von ihren Vorgesetzten nicht immer entsprechend gewürdigt werden. Plötzlich sehen sie ihren Wert, fühlen sich von ihrem Chef getäuscht und ausgebeutet und verspüren das Bedürfnis, ihre Gaben selbst auszuschöpfen.

 

 

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