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Andrew Black, Philip Wright, John E. Bachmann: Shareholder-Value für Manager


Ein Unternehmen, das wissen will, ob es mit seiner gegenwärtigen ;Strategie seinen Wert steigern kann, muss zunächst einmal die eigenen Kapitalkosten kennen. Die Berechnung der Kapitalkosten kann man ius zwei Blickwinkeln betrachten. Zum einen versuchen die Kapitaleber durch ihren Kapitaleinsatz vor allem eine maximale Rendite zu .erzielen. Zum anderen müssen die Kapitalnehmer sicherstellen, dass die Kapitalgeber eine Mindestrendite erzielen, die mindestens so hoch st wie bei einer anderweitigen Kapitalanlage gleichen Risikos. Aspekte wie risikofreie Rendite, Betakoeffizient und Marktpreis spielen hier eine tragende Rolle. Um die Aktien zu bewerten, reichen buchhalterisch abgeleitete Größen und Kennzahlen wie zum Beispiel der Gewinn pro Aktie nicht aus. Statt dessen sollte der Cash-flow als Maß zur Beurteilung des zukünftigen Unternehmenserfolgs verwendet werden.

Shareholder-Value ist keine singuläre Methode, sondern ein ganzheitliche Konzept mit unterschiedlichen Varianten, zum Beispiel der Shareholder-Value-Added, der Value-Return-on-Investment oder der Cash-flow-Return-on-Investment. Ihr Hauptvorteil besteht darin, dass sie das tatsächliche Verhalten der Investoren simulieren, insbesondere mit ihrer Betonung des erwarteten zukünftigen Unternehmenserfolgs. Sie stellen einen Bruch mit den eher rückwärts gerichteten Methoden der periodengerechten Rechnungslegung zur Ermittlung des Shareholder-Value dar. Sie bieten zudem die Möglichkeit, einen Zusammenhang zwischen den Fähigkeiten eines Unternehmens zur Erzeugung von Cash-flows, den Erwartungen seiner Aktionäre und der Schaffung von Shareholder-Value herzustellen. Das Shareholder- Value-Konzept ist ein großer Filter, den umfangreiche statistische und finanzielle Daten passieren müssen. Was durch den Filter geht, sind die lnformationen, die zur Steigerung des Shareholder-Value beitragen können.

Das Shareholder-Value-Konzept ist ein wertorientiertes Führungsinstrument, das eingesetzt wird, um den Unternehmenswert in der Phase der Wertschaffung, -bewahrung und -realisierung zu steigern und aufrechtzuerhalten. Im Mittelpunkt stehen dabei fünf Kernprozesse: wertorientierte Ziele und Strategien, Planung und Kontrolle der Ressourcenaufteilung, Bewertung des Unternehmenserfolgs, wertorientiertes Vergütungssystem und wertorientierte Kommunikation.

Das Shareholder-Value-Konzept zwingt das Management, das Unternehmen so zu betrachten, wie dies der Markt, das heißt, wie dies die Investoren tun. Besonders wichtig wird dies, wenn ein Unternehmen versucht, ein anderes Unternehmen zu übernehmen oder mit einem anderen Unternehmen zu fusionieren. Das Shareholder-ValueKonzept ermöglicht eine wertorientierte Vorgehensweise, die vielerlei Vorteile hat: Sie betrachtet zum Beispiel die Ausgangswerte des Übernehmers und des Übernahmekandidaten, berücksichtigt die Kapitalkosten beider Firmen und prüft, welche Synergien in Form von Kostenersparnissen und Gewinnsteigerungen erzielt werden können.

Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die Wertregeneration. Ausgangspunkt ist die Tatsache, dass die Aktionäre auf der einen und die anderen Stakeholder auf der anderen Seite grundsätzlich unterschiedliche Interessen an einem Unternehmen haben. Gerät dieses in eine Krise, dann rücken die Interessen dieser anderen anspruchsberechtigten Gruppe, insbesondere der Gläubiger, in den Vordergrund; das Eigenkapital steht in der Prioritätenliste ganz unten. Die Krise lässt sich durch einen Wertregenerationsplan im Rahmen der vollständigen Sanierung bewältigen. Der weist vier Phasen auf: Stabilisierung, Analyse, Neupositionierung und – als letzte Phase – die Stärkung. Diese stützt sich auf eine Kombination aus finanzieller Restrukturierung und Reorganisation.

Wendet man das Standardmodell des Shareholder-Value-Konzeptes in der Praxis an, so zeigen sich deutliche branchenspezifische Unterschiede. Notwendige Modifikationen ergeben sich beispielsweise für die Definition der Cash-flows, die Kapitalkosten und den Fortführungswert. Es müssen also die branchenspezifischen Werttreiber ermittelt und berücksichtigt werden. Die Schaffung von Shareholder-Value ist ein Prozess der Analyse, Umsetzung und Kommunikation. Dies erfordert eine Integration von Unternehmenssteuerung, Rechnungslegung und Investor Relations. Eine logische Konsequenz des Shareholder-Value-Konzeptes ist deshalb die wertorientierte Rechnungslegung. In ihr verschmelzen die externe Rechnungslegung (Financial Reporting), die Planungsrechnung (Investment Accounting) und das Interne Rechnungswesen (Management Accounting). Sie ermittelt und beschreibt die finanziellen Werttreiber des Unternehmens, legt in Bezug auf diese die Unternehmensziele fest, beschreibt die Strategien, mit denen diese Unternehmensziele erreicht werden sollen, ermittelt den potenziellen Bedarf eines Systems zur Messung des Unternehmenserfolgs, beurteilt, ob die Führungsstrukturen den Shareholder-Value steigern, beschreibt die Aktivitäten, um die Investoren über die Maßnahmen zur Steigerung des Shareholder-Value zu informieren, und überprüft regelmäßig die Unternehmensprozesse.

 

 

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