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Aber fest steht doch, daß bei uns und in etlichen anderen Ländern eine bestimmte Gruppe von Reichen tatsächlich relativ zu allen anderen immer reicher wird.


Zunächst einmal impliziert die Tatsache, daß reiche Leute noch reicher werden, keinesfalls daß arme Leute ärmer werden. In einer Marktwirtschaft werden die weniger begüterten Schichten um so mehr und um so zahlreicher mit nach oben gezogen, je mehr Leute wirklich reich werden. Ganz generell aber handelt es sich bei der Parole „Die Reichen werden immer reicher und die Armen immer ärmer“ um ein raffiniertes Ablenkungsmanöver der Politiker und Funktionäre von den wahren Ursachen der Tatsache, daß eine gewisse relative Verarmung bestimmter Schichten in einem ganz spezifischen Sinn zu beobachten ist. Indem der Blick auf eine kleine Gruppe von Superreichen gelenkt wird, gerät außer Sicht, daß seit rund drei Jahrzehnten der Mittelstand, die weitaus breiteste Schichtung unseres Landes, ausgehungert und dezimiert wird. Heute gibt es kaum noch eine Familie, in der die Ehefrau nicht mitarbeiten müßte, um den relativen Lebensstandard halten zu können, der bis in die siebziger Jahre hinein noch mit einem Verdiener gesichert werden konnte. Was bei dieser sogenannten „neuen Armut“ von Bedeutung ist, das ist eben nicht die Tatsache, daß eine ganz kleine Gruppe von Reichen immer reicher wird, sondern daß die seit Jahrzehnten steigende Steuer- und Abgabenlast, sowie die unaufhörlich wachsenden Sozialabgaben und die (wenn auch moderate, so doch die Einkommen und Vermögen unablässig aushöhlende) Inflation den Mittelstand unserer Gesellschaft sukzessive ausradiert. Mögen die Schweinefleisch- und Kartoffelpreise auch nur moderat gestiegen sein in den letzten Jahrzehnten, so sind doch die Preise derjenigen Güter und Dienste, deren Nutzung den Mittelstand ausmachen, geradezu explodiert. Das gilt insbesondere für die Kosten des eigenen Hauses oder wenigstens der eigenen Wohnung, sowie für die Kosten einer höheren Bildung und Ausbildung der Kinder, für Haushaltshilfen und personelle Dienste aller Art. Die wahren Reichen (im Sinne eines unangenehmen Beigeschmacks des Wortes) sind im modernen Sozial- und Umverteilungsstaat nicht die Unternehmer und Selbständigen, die sich im Hamsterrad der Fiskal- und Sozialmühlen abstrampeln und im Dickicht des bürokratischen Vorschriften-Dschungels zu Tode ärgern, sondern jene – von solchen Lasten vielfach befreite – Schmarotzerschicht von Funktionären, die in Tausenden von Verbänden und politischen Umverteilungsorganisationen ein immer größeres Rad drehen und unsere Steuermilliarden über den ganzen Globus ausstreuen wie die Sonnenkönige, als handele es sich dabei nicht um hart erarbeitete Groschen, sondern um Dreck von der nächsten Schutthalde.

 

 

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