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Überblick über die benötigten Ressourcen und ihre Bereitstellung – Die einzelnen Stufen des Entrepreneurship


Zur Bestimmung des erforderlichen Startkapitals muß der Unternehmer das Minimum der notwendigen Ressourcen bestimmen. Manche Ressourcen sind für das Unternehmen wichtiger als andere. Als erstes sollte der Unternehmer herausfinden, welches die für den Markterfolg wesentlichen Ressourcen sind. Was will die neue Firma besser machen als die Konkurrenz? Dahin sollte ein überdurchschnittlicher Teil der knappen Ressourcen fließen. Wenn die Firma ein neues Hightech-Produkt herstellt, ist technologisches Wissen überlebenswichtig. Dann bilden die Ingenieure und deren Entwürfe die wichtigste Ressource. Das Unternehmen muß sich also darauf konzentrieren, ausgezeichnete Ingenieure zu rekrutieren und zu halten, und das intellektuelle Eigentum, das sie produzieren, wie z.B. Patente und Pläne der Produkte, zu bewahren. Für ein Einzelhandelsunternehmen ist der kritischste Faktor das Ladenlokal. Es macht keinen Sinn, ein Geschäftslokal in einem Viertel mit geringer Kaufkraft zu mieten, nur weil es billig ist. Die Wahl des falschen Ladens kann für einen Einzelhändler ein fataler Fehler sein, denn es ist höchst unwahrscheinlich, daß genügend Ressourcen da sind, um sich ein neues Geschäft anzumieten.

Als Southwest-Airline vor mehr als zwanzig Jahren gegründet wurde, bestand die Geschäftsstrategie darin, häufige Verbindungen und einen „in-time-service“ zwischen Dallas, Houston, Austin und San Antonio anzubieten. Um diese Ziele zu erreichen, brauchte Southwest Flugzeuge, mit denen es diese Strecken zuverlässig und zu niedrigen Kosten bedienen konnte. Southwest war in der Lagc, für nur 4 Mio. US-$ pro Stück vier sehr effiziente Kurzstreckenflugzeuge, nämlich brandneue Boeing 737, zu ordern, weil die Rezession die Airlines sehr hart getroffen hatte und Boeing deswegen auf unverkauften 737-Maschinen sitzengeblieben war. Von Anfang an bot Southwest einen guten, zuverlässigen Service an, mit den niedrigsten Kosten pro Meile in der Branche. Heute ist Southwest eine der erfolgreichsten inneramerikanischen Airlines, während zwei der schärfsten Konkurrenten ihrer Gründungszeit, Braniff International und Texas International, in Konkurs gegangen sind.

In Geschäftsbereichen, die weniger kritisch für den Erfolg sind, sollte möglichst sparsam investiert werden. Der Gründer von Burlington Coat, Monroe Milstein, erzählte immer gern die Geschichte, wie er Angebote eingeholt hatte, um das Gebäude, das er für sein zweites Geschäft gemietet hatte, für eine Renovierung zu entkernen. Das niedrigste Angebot betrug mehrere Tausend Dollar. Eines Tages, als er gerade dort war, suchte ein Arbeitstrupp, der in der Nähe beschäftigt war, im seinem Gebäude Unterschlupf vor einem plötzlichen Gewitterguß. Milstein fragte den Vorarbeiter, was er für das Niederreißen der inneren Wände, das für den Umbau nötig war, verlangen würde. Der Vorarbeiter sagte: „Fünf“, Milstein fragte: „Was fünf?“, und der Vorarbeiter antwortete: „Fünf Kästen Bier“.

Ein komplettes Set an Ressourcen schließt alles ein, was das Unternehmen braucht. Ausgesprochen wichtig hei der Bereitstellung der Ressourcen ist die Überlegung, daß das Unternehmen nicht alle Arbeiten selbst ausführen muß. Oft ist es effektiver, Arbeiten an Externe zu vergeben. Auf diese Weise ist es für das Unternehmen nicht nötig, Fabrikationsanlagen und Ausrüstung zu leasen oder gar selbst zu besitzen. Auch muß sich das Unternehmen nicht immer selbst um die Auswahl und die Qualifikation der Arbeitnehmer kümmern. Oft kann man die fixen Kosten dadurch niedrig halten, daß man Arbeiten, wie z.B. Lohnabrechnung, Buchhaltung, Werbebriefe oder Hausmeisterdienste als Auftragsarbeiten an andere Firmen vergibt.

Auch neugegründete Unternehmen können außerordentlich gute Konditionen von auswärtigen Anbietern erhalten. Ein Unternehmer sollte sich bemühen, über die Grenzkosten eines möglichen Anbieters Bescheid zu wissen. Grenzkosten sind die Produktionskosten, die für die Herstellung einer zusätzlichen Einheit anfallen. Die Grenzkosten der Arbeiter, die in Milsteins Gebäude Wände eingerissen haben, während sie vor dem Regen Schutz suchten, betrugen buchstäblich Null. Sie wurden bereits von einer anderen Firma bezahlt und brauchten kein Werkzeug oder Material zu kaufen.

Ein kleiner Elektronikhersteller wurde von einem größeren Konkurrenten aufgekauft, der die ganze Produktion übernahm. Die Produktionskosten schossen in die Höhe. Eine Analyse ergab, daß ein erheblicher Teil des Kostenanstiegs auf einen Preisanstieg der zugekauften Produktkomponenten zurückzuführen war. Von einem Tag auf den anderen mußte die große Firma für die gleichen Teile 50 % mehr bezahlen als die kleine Firma. Es stellte sich heraus, daß der Lieferant die Teile für die kleine Firma auf der Basis von Grenzkosten kalkuliert hatte und für die große Firma aufgrund der gesamten Kosten.

Findigen Unternehmern gelingt es, kritische Ressourcen zu kontrollieren, ohne sie zu besitzen. Ein Existenzgründer hat niemals genug Geld. Daher sollte man nicht kaufen, was man leasen kann. Einfallsreichtum ist gefragt. Es finden sich fast immer Überkapazitäten an Bürogebäuden und Gewerbegrundstücken, außer wenn die Wirtschaft wirklich boomt. Einige Anbieter von Gewerbegrundstücken sind bereit, über Sonderkonditionen für die Gründung kleiner Unternehmen zu verhandeln, um diese anzulocken. Dabei handelt es sich meist um Mietabschläge oder Aufschub von Mietzahlungen für einen gewissen Zeitraum und die Gebäudeausbesserung zu niedrigen Kosten oder sogar kostenlos. In einigen Hightech-Regionen gibt es Immobilienbesitzer, die statt einer Miete einen Eigenkapitalanteil verlangen.

Wenn ein Überangebot an Ausrüstung existiert, kann es oft zu ausgesprochen günstigen Bedingungen geleast werden. Ein junge Computerfirma verhandelte mit IBM über das Leasing eines neuen Kleincomputers, als der Chefingenieur entdeckte, daß ein Leasingunternehmen genau das gleiche gebrauchte Modell im Lager herumstehen hatte. Es gelang, das Gerät zu einem Drittel des IBM-Preises zu leasen. Achtzehn Monate später ging der Computerfirma das Geld aus. Dennoch war es möglich, die Leasingfirma vom Zahlungsaufschub zu überzeugen, denn zu diesem Zeitpunkt standen sogar noch mehr Kleincomputer im Lager herum, und es machte wirtschaftlich wenig Sinn, einen zurückzufordern und ihn dazuzustellen.

 

 

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